mittelhochdeutsch boc, althochdeutsch boc, germanisch *bukka-, belegt seit dem 9. Jahrhundert; weitere Herkunft unklar [4] Die Bedeutungsvariante „Lust“ führt Duden auf Eigenschaften des Ziegenbocks (störrisch, geil), Kluge dagegen auf die Jugendsprache mit Aussprüchen wie geil wie ein Bock zurück. Pfeifer hingegen meint, dass es wohl an rotwelsch Bock ‘Hunger’ und geil (‘sexuell erregt’) wie ein Bock anknüpft. Möglich ist dementsprechend auch eine direkte Verbindung zu romani bokh „Hunger“ von gleichbedeutend sanskritisch बुभुक्षा (bubhukṣā) ohne Anlehnung an die Bedeutungen „Ziegenbock“ und „geil wie ein Ziegenbock“. Das Wörterbuch des Rotwelschen sagt: von Romani: bokhajlem (hungrig geworden sein)
männliches Tier von Schaf und Ziege oder Rehwild, sowie von Nagetieren wie Meerschweinchen, Ratten, Mäusen, Kaninchen
Den Bock kann man nicht melken.
2
Forme courte Bockkäfer (insbesondere den Hausbock)
In diesem Haus ist der Bock drin.
3
ein vierbeiniges oder klobiges Gestell
Zum Sägen legt man das Holzscheit auf einen Bock.
4
Populaire, Sans pluriel Lust, Interesse, Teilnahme
Ich hab heute Bock auf Currywurst.
5
Vulgaire ein sexuell aktiver Mann
Finger weg, du alter Bock!
6
Autriche hohe feste Schuhe oder Stiefel
So ein Paar Dachstein Alpin Bock Heat kostet über 400 €.
7
erhöhter Sitzplatz des Kutschers auf einer Kutsche
„Der Kutscher sprang vom Bock, um die Pferde zu halten, Anatol und Dolochow gingen auf das Trottoir.“Leo N. Tolstoi: Krieg und Frieden. Roman. Paul List Verlag, München 1953 (übersetzt von Werner Bergengruen), Seite 767 . Russische Urfassung 1867.
„Der Kutscher kletterte umständlich von seinem Bock und klappte das Verdeck hoch.“Erich Maria Remarque: Der Himmel kennt keine Günstlinge. Roman. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2018, ISBN 978-3-462-05236-7, Seite 35. Zuerst 1961.
1 autre exemple
„So steigt sie auf den Bock und kutschiert selbst, ich nehme den Platz hinter ihr ein.“Leopold von Sacher-Masoch; Helmut Fleskamp (Herausgeber): Venus im Pelz und Don Juan von Kolomea. Lichtenberg, München 1968, Seite 141. (Zuerst: Venus im Pelz, 1870, hier: S. 7-174; Don Juan von Kolomea 1866, hier: S. 175-244)